Berufspraktische Weiterbildung

Berufsbegleitende Weiterbildung ür das Fach
Humanistische Lebenskunde

Die bisherige Berufspraktische Weiterbildung Humanistische Lebenskunde als Voraussetzung für die Einstellung als hauptamtliche Lehrkraft Humanistische Lebenskunde läuft im kommenden Schuljahr 2017/2018 aus! Danach werden hauptamtliche Lehrkräfte ausschließlich im Weiterbildungsstudium Humanistische Lebenskunde ausgebildet.

Inhalt:

1. Humanistischer Verband

2. Ziele

3. Zugangsvoraussetzungen

4. Weiterbildungsinhalte und -formen

5. Zeitlicher Umfang

6. Prüfung

7. Zeugnis

8. Mitarbeiter/innen

9. Bewerbung

1. Humanistischer Verband

Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. (HVD), ist eine Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik und eine Kultur- und Interessenorganisation von Humanistinnen und Humanisten. Im Humanistischen Verband haben sich Menschen zusammengeschlossen, die für einen modernen Humanismus eintreten. Sie sind miteinander durch eine säkulare Lebensauffassung verbunden.
Zweck des Verbandes ist die Förderung von Humanismus und Humanität auf weltlicher Grundlage. Der Verband ist der Überzeugung, dass ein praktischer Humanismus im Kern darin besteht, dass Menschen ein selbstbestimmtes und verantwortliches Leben führen, ohne sich dabei auf religiöse Glaubensvorstellungen zu beziehen.
Die Mitglieder des Humanistischen Verbandes achten und respektieren religiöse und weltanschauliche Orientierungen. Ihre Toleranz hat jedoch dort Grenzen, wo Menschenrechte verletzt und Positionen der Intoleranz vertreten werden. Der moderne Humanismus steht in den Traditionen der Aufklärung sowie der freidenkerischen und humanistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahr­hunderts. Der HVD ist Mitglied der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU). Die IHEU wurde 1952 in Amsterdam gegründet und vertritt mehr als vier Millionen Humanistinnen und Humanisten. Sie wurde durch die Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inspiriert und stellt sich die Aufgabe, an einer demokratischen, humanen Gesellschaft mitzuarbeiten.

Der HVD, Landesverband Berlin, ist seit 1982 Träger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts. Er bildet für seinen Unterricht die Lehrkräfte entsprechend deren Eingangsvoraussetzungen aus.

Das Angebot umfasst:

  1. die berufspraktische Weiterbildung für Lehrer/innen und andere Pädagog/inn/en,
  2. den Ergänzungsstudiengang für Lehrer/innen nach der Zweiten Staatsprüfung,
  3. die Lehrer/innen-Fortbildung

Die im Folgenden vorgestellte berufspraktische Weiterbildung soll inhaltlich und methodisch eine Unterrichtshaltung fördern, die dazu beiträgt, die Ziele der Humanistischen Lebenskunde zu verwirklichen (z.B. humanistische Orientierung, moralische Selbstbestimmung und sozial verantwortliches Handeln). Sie ist gekennzeichnet von Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Wertvorstellungen von Schüler/innen und Lehrer/innen.

Die berufspraktische Weiterbildung bietet eine Einführung in die theoretischen Grundlagen des Faches Huma­nistische Lebenskunde, damit der Umgang mit Moral- und Sinnfragen im Unterricht fundiert und aus humanistischer Perspektive angeleitet werden kann.

Daneben bezieht sich die Weiterbildung auf die Unterrichtspraxis. Unter Anleitung erfahrener Seminarleiter/innen werden die psychologischen, sozialen und kommunikativen Aspekte des Unterrichts und die Fachdidaktik behandelt.

Eine zeitlich begrenzte selbstständige Unterrichtstätigkeit während der Weiterbildung macht es möglich, sich mit den Fragen des Unterrichtens zu beschäftigen und so Theorie und Praxis eng zu verknüpfen. Daneben bietet sie die Möglichkeit, die persönliche Eignung für den Beruf Lebenskundelehrer/in zu überprüfen.

Die Teilnehmer/innen schließen die Weiterbildung mit einer Prüfung ab und erhalten ein Abschlusszeugnis.

2. Ziele

Die berufspraktische Weiterbildung dient der Befähigung zur Ausübung des Berufs Lehrer/in für Humanistische Lebenskunde durch den Erwerb von:

  • allgemeinen pädagogischen Kompetenzen für das Praxisfeld Schule und
  • spezifischen Kompetenzen für das Unterrichtsfach Humanistische Lebenskunde.

Der erfolgreiche Abschluss erfüllt die Voraussetzungen für die Erteilung des Unterrichts im Auftrag des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Landesverband Berlin.

3. Zugangsvoraussetzungen

Zugangsvoraussetzungen sind: [1]

  • die Befähigung zum Lehramt,
  • Als vergleichbare Ausbildung gilt ein Studium in einer der folgenden Bezugswissenschaften der Humanistischen Lebenskunde: Philosophie, Erziehungswissenschaften und Religionswissenschaften. Hochschulabschlüsse in Sozial-, Geistes oder Kulturwissenschaften werden erst dann von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport anerkannt, wenn die Leistung von ca. 60 Semesterwochenstunden in den Bereichen Philosophie/ Gesellschaftstheorie, Pädagogik und Psychologie nachgewiesen werden kann.

Konfessionslosigkeit und Orientierung an den weltanschaulichen und ethischen Positionen des Humanismus werden vorausgesetzt.

Erwünscht sind Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Über die Zulassung entscheidet der HVD, Landesverband Berlin. 

4.  Weiterbildungsinhalte und –formen

I.  Grundlagen der Humanistischen Lebenskunde
  • Einführung in den Humanismus (Geschichte des Humanismus, Humanismus als Weltanschauung, or­ganisierter Humanismus)
  • Humanistischer Lebenskundeunterricht (Geschichte, Rahmenplan)
  • Philosophie, Ethik, Moral (Sinnfragen, ethische Theo­rien und moralisches Handeln)
  • Psychologie (pädagogische Psychologie, Psycho­logie der moralischen Entwicklung, Religionspsychologie)
  • Grundlagen der Religionswissenschaft (Religionskritik, Religionskunde, gesellschaftliche und individuelle Funktion der Religionen)
  • Einführung in die Pädagogik der Humanistischen Lebenskunde (moralische Erziehung, die Verbindung von Denken und Handeln, Gruppendynamik, interkulturelle Erziehung)
  • Hospitationen in verschiedenen humanistischen Einrichtungen für Beratung, Pflege und Erziehung.
II. Fachseminare, Ausbildungsunterricht, Ergänzungskurse
  • Einführung in die Unterrichtspraxis der Humanisti­schen Lebenskunde:
  • Unterrichtsmethoden, Unterrichtsplanung, Unterrichtsprozess, Fördermaßnahmen, Fehlerdiagnose, Bewertung
  • Ausbildungsunterricht:
    selbstständiger Unterricht und Hospitation
  • Ergänzungskurse:
    Supervision, Schulrecht/Schulorganisation
  • fakultativ:
    Fortbildungsveranstaltungen aus dem laufenden Fortbildungsprogramm

 

5. Zeitlicher Umfang

Die Weiterbildung beginnt in der Regel am 1. Juni eines jeden Jahres und dauert bis zum 31. Juli des darauf folgenden Jahres. Sie erfolgt in Blockseminaren und Tagessemina­ren und ist an den schulorganisatorischen Rahmenbedin­gungen des Unterrichts orientiert.

Grundlagen der Humanistischen Lebenskunde                       

Die Seminare beginnen vor Auf­nahme des selbstständigen Unterrichts und werden begleitend fortgeführt.

60 Std.

Fachseminare                                                                  

Die Fachseminare beginnen mit einer einführenden Hospitation im Juni (in­klusive Vor- und Nachbereitung) und werden mit Beginn des selbstständigen Unterrichts unterrichtsbegleitend und wöchentlich weitergeführt.

    150 Std.

Ausbildungsunterricht

Selbstständiger Unterricht, Unterricht unter Anleitung und Hospitationen sollen sich sinnvoll ergänzen. Die Aufteilung des Ausbildungsunterrichts richtet sich nach dem Ausbildungsstand der Studierenden. Selbstständiger Unterricht soll in einem Umfang von mindestens vier Wochenstunden erteilt werden.                                      

 300 Std.

Ergänzungskurse

Diese Kurse verteilen sich auf ein Pflichtangebot  

und ein  Wahlangebot

 16 Std.
9 Std.
   
Gesamtstundenzahl der Weiterbildung                                    535 Std.[2]

6. Prüfung

Die Prüfung wird vom HVD, Landesverband Berlin e.V., durchgeführt. Die Überprüfung der erworbenen Kompetenzen findet weiterbildungsbegleitend und durch ein Abschlusskolloquium statt.

Alles Weitere regelt die Prüfungsordnung. 

 

7. Zeugnis

Nach Beendigung der Weiterbildung erhalten die Teil­nehmer/innen ein Zeugnis zur „Lehrbefähigung für das Fach Humanistische Lebenskunde“, in dem die Inhalte der Weiterbildung beschrieben sind. Im Zeugnis wird der erfolgrei­che Abschluss mit dem Vermerk „Bestanden“ dokumentiert.

8. Mitarbeiter/innen

Die Weiterbildung wird von wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen des Bereiches Lebenskunde des HVD, Landesverband Berlin, sowie von ihm bestellten Dozent/innen und Mentor/innen durchgeführt.

9. Bewerbung

Bewerbungen sind zu richten an den:
Humanistischen Verband Deutschlands,
Bereich Lebenskunde
Wallstr. 61 - 65
10179 Berlin

Informationen unter (030) 613 904-60
Ansprechpartner: Jaap Schilt


Berlin
August 2006

 

[1]    Auf Grund von besonderen beruflichen Erfahrungen kann im Einzelfall davon abgewichen werden.

[2]    Bei der in der Gesamtzahl enthaltenen Seminarstundenzahl ist die Vor- und Nachbereitungszeit nicht einbezogen.